Aus dem Protokoll des Jahres 1952:

„Stiftungsfest des Männerchores im November 1951. Gähnende Leere im Hölterschen Saal. Außer der kleinen Sängerschar mit Frauen und einer Handvoll passiver Mitglieder war kein Dorfbewohner der Einladung gefolgt. Aber die Unkosten waren da! Der Chorleiter Friedrich Müller sowie die Tanzkapelle mussten bezahlt werden. Und die Kasse war leer. In der folgenden Woche wurde eine außerordentliche Generalversammlung einberufen mit dem Thema:
Wie ziehen wir die Dorfbewohner zu uns ran und kommen aus der finanziellen Misere heraus.
Lehrer Bernhard Wüppen, aus Emlichheim stammend, wo man schon seit Jahren die Sängerfeste mit großem Erfolg durch theatralische Aufführungen auflockerte, schlug vor, in Uelsen etwas Ähnliches zu bieten. Passives Mitglied Paul Vivell warf das Wort "Dorfabend" in die Debatte. Der Vorschlag wurde akzeptiert und beschlossen, noch im selben Winter solch einen "Dorfabend" zu veranstalten. Mit den Vorbereitungen wurde sofort begonnen und so startete im Februar 1952 der erste Uelser Dorfabend.“


Seit 1952 bietet die Laientheatergruppe des Männerchores ihrem Publikum platt-deutsche Mundartunterhaltung bester Qualität. Von Rektor Bernhard Wüppen gegründet, hat sich das Ensemble, in dem im Laufe der Zeit rund 150 Spieler mitgewirkt haben, in der Grafschaft Bentheim und darüber hinaus einen sehr guten Ruf erworben. Die Spielschar setzt dabei auf Kontinuität und Erfahrung. Gespielt werden vor allem Stücke der Autoren A. Hinrichs, F. Lange, K. Bunje und J. Exler. Große Erfolge bei den Dorfabenden waren bisher u.a.: „Up Düwels Schuvkoar“, „Wenn de Hahn kräijt“, „De Wichter ut de Weärtschup“ und „Swienskomödie“. Gespielt wird alle 2 Jahre im Winterhalbjahr. Namen wie Betty Lichtenberg, Helene Schröder, Hilde Ricken, Derk Stiepel I und II, Karl Schröder und Jan Momann sind untrennbar mit der Geschichte der Dorfabende verbunden.
Zum aktuellen Spielerstamm gehören 11 Spieler unterschiedlichen Alters. Senior bei den diesjährigen Aufführungen war Derk Stiepel I mit 73 Jahren. Verantwortlich für die Spielleitung ist seit 1994 Jan Momann. Seit 1971 finden die Aufführungen in der Aula der Uelser Schule statt. Vorher spielte man im Saal des Gasthofes Hölters.


De Wounderdokter

Mit dem Stück „De Wounderdokter“ von Georg Tiemeyer wiederholte die Spielschar des Männerchores (Leitung: Jan Momann) einen ihrer größten Erfolge. Der Dreiakter, der bereits im Jahre 1983 in Uelsen „über die Bühne“ ging, könnte speziell für den staatlich anerkannten Erholungsort Uelsen, der in diesem Jahr sein 875-jähriges Bestehen feiert, geschrieben sein. Hervorzuheben ist, dass mit Derk Stiepel I (Bundes Derk), Derk Stiepel II (Kaiser Derk), Eduard Meier und Jan Momann vier Spieler auf der Bühne stehen, die bereits 1983 mitgewirkt haben.
Die Spielschar:
sitzend v.l.:
Jutta Kronemeyer, Marlies Jablonka, Ingrid Bremmer, Frieda Rotter
stehend v.l.:
Lars Elferink, Jan Momann, Eduard Meier, Jörg Gommer, Heinrich Voet, Jürgen Jürries, Derk Stiepel I (Bund), Gerda Voet, Marietje Voet, Derk Stiepel II (Kaiser)
Der „Wounderdokter“ bot seinen Besuchern einige Stunden bester Mundart-unterhaltung, deftigen Humor und interessante Erkenntnisse im Hinblick auf kommunale Fremdenverkehrsentwicklung